Sortierübung — Eine praktische Übung zum Unterscheiden
Eine Überzeugung darüber, was im Leben wichtig ist.
«Freiheit ist mir wichtig.»
Eine Verhaltensregel, die aus einem Wert folgt.
«Man soll andere nicht bevormunden.»
Eine eingeübte Haltung, die sich im konkreten Handeln zeigt.
«Ich respektiere die Meinung anderer, auch wenn sie mich ärgert.»
Eine überprüfbare Aussage über die Wirklichkeit.
«Die Schweiz hat vier Landessprachen.»
Es gibt keine eindeutigen Lösungen — aber es gibt bessere und schlechtere Zuordnungen. Diese Punkte helfen bei der Diskussion:
Enthält Wert (Gerechtigkeit) + Norm (muss praktiziert werden) + Tugend (praktizieren = Haltung). Bewusst oder unbewusst?
«Ist» statt «soll» — aber gemeint ist ein imperatives «soll». Ein wichtiger Unterschied!
Klingt nach Tugend, ist aber eine Definition. Tugend wäre: «Ich ertrage tatsächlich andere Meinungen, auch wenn es mir schwerfällt.»
Norm, die möglicherweise einem falschen Wert (blinder Gehorsam) entspringt. Testfall für die Gewissensklausel des 4°!
Im 4° begegnet dir die Spannung zwischen Pflicht und Gewissensfreiheit. Diese Übung lehrt dich, präzise zu denken: Ist das, was ich als «Pflicht» höre, wirklich eine universelle moralische Norm — oder ist es eine bestimmte Regel, die ich hinterfragen darf? Die Tugend der Gewissensfreiheit beginnt damit, dass du die Unterschiede erkennst.
Begriffe, die man benutzt, ohne zu wissen, was man damit meint — das nennt der Grossmeister «Worthülsen». Diese Übung macht aus Worthülsen Werkzeuge.
PROGRAMM ATELIER BASEL · VERTRAULICH
Doppelhelix-Zuordnung: ⚒️ PRAXIS – Kompetenz L4 (Werteentstehung & Tugendlehre)
Ritualbezug: 4° Geheimer Meister — Pflicht, Gehorsam, Gewissensfreiheit